Schwalbenfreundliches Haus

Gästeunterkünfte können sich auszeichnen lassen

Schwalbenfreundliches Haus

Eine einzigartig schöne Natur ist es, die Touristen in unser Land reisen lässt. Eben mit dieser schönen Natur werben auch die Hotels und Pensionen, in denen die Naturliebhaber unter den Urlaubsgästen unterkommen. Doch nicht jeder Gastgeber, der die Natur vor der Haustür für seine Vermarktung entdeckt hat, toleriert auch die Natur an seinem Haus. Schwalbennester werden entfernt oder Drähte werden gespannt, um das Nisten der Schwalben zu verhindern.

Da die einst so beliebten Sommervögel schon lange nicht mehr bei Jedermann als Glücksbringer gelten, möchte der NABU Mecklenburg-Vorpommern den Menschen danken, die auch in Zeiten von Artensterben und Klimawandel noch die Natur zu schätzen wissen und Schwalben an ihren Häusern ungestört brüten lassen.

So können Sie die Auszeichnung bekommen

Sie haben ein Haus, eine Ferienunterkunft oder ein sonstiges Gebäude und

* dulden Schwalben an ihren Wänden?
* akzeptieren das Brutgeschehen der Sommerboten?
* fördern es sogar durch das Aufhängen von Nisthilfen?
* und die Anlage einer Lehmpfütze?

Dann sind Sie unser Kandidat für die Auszeichnung zum "Schwalbenfreundlichen Haus". Melden Sie sich einfach uns und teilen Sie uns mit, warum Sie die Kriterien eines schwalbenfreundlichen Hauses erfüllen.

 

 

 

NABU zeichnet „Schwalbenfreundliches Haus“ in Ottersweier aus

 


Heimstatt für bedrohte Glücksbringer


Ihm ist der Stolz anzumerken: Walter Friedmann aus Ottersweier beherbergt in seinem Haus lebhafte Untermieter und das bereits seit fast 30 Jahren. Die Gartenstraße mit der Nummer 4 ist eine gute Adresse für Mehlschwalben, die es andernorts immer schwerer haben, einen sicheren Brutplatz zu finden. Unter anderem deshalb haben die Tiere in der aktuellen Roten Liste der Vögel Deutschland den traurigen Rang einer gefährdeten Art eingenommen. Walter Friedmann hat den Vögeln Kunstnester an seiner Hauswand angeboten, weil die Vögel für den Eigenbau kaum noch das nötige Material fanden. “Als ich 1988 das Haus von meiner Tante übernahm, hingen etwa fünf Naturnester der Mehlschwalbe unter dem Dachvorsprung. Die Nester sind mit der Zeit abgebrochen, die Vögel konnten aber auf den nun überall geteerten Wegen keine Pfützen mit Schlamm mehr finden.“ Schwalben gelten zwar von je her als Glücksbringer, das habe ihnen selbst aber wenig genutzt, so Friedmann.1990 hat er beim Landhandel in Bühl ein künstliches Doppelnest besorgt und aufgehängt, das im ersten Jahr jedoch noch keine Mieter fand. Weil Mehlschwalben gesellige Brutvögel sind, hängte er im Folgejahr ein weiteres Doppelnest daneben und nun klappre es: im Hause Friedmann brüteten vier Schwalbenpaare. Mittlerweile hängen in der Gartenstraße zehn Schwalbennester und es herrscht reger Flugbetrieb. „90 bis 100 Prozent der Nester sind jedes Jahr bewohnt und die Vögel schaffen oft drei Jahresbruten“, erklärt Walter Friedmann. Es dauert nun noch etwa einen Monat, bis die Vögel Mitte September in ihre Winterquartiere ziehen. „Bis zum ersten April werde ich wie in jedem Jahr die Nester reinigen und mit einem Mittel gegen Parasiten behandeln, damit die Vögel wieder eine gute Brutsaison haben“, so Friedmann. Das Klettern auf die rund zehn Meter lange Leiter mache ihm allerdings zunehmend Probleme, weshalb der sich an den NABU mit der Bitte um Unterstützung gewendet habe. Die sagte ihm Thomas Hörnle, Vorsitzender der NABU-Gruppe Bühl-Achern bei einem Besuch in der Gartenstraße zu. Bei dieser Gelegenheit überreichte er Walter Friedmann auch die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ als Anerkennung für dessen herausragendes Engagement für die bedrohten Vögel. “Wenn sich mehr Menschen so für die Schwalben einsetzen würden, müsste man sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen“, zeigte er sich beeindruckt vom jahrzehntelangen Einsatz Walter Friedmanns. “Gern verleihen wir die Schwalbenplakette auch für weitere Häuser“ rief Hörnle augenzwinkernd zum Aufhängen von weiteren Schwalbennestern an möglichst vielen Häusern der Umgebung auf.

Martin Klatt,
NABU-Gruppe Bühl-Achern
16.08.2016

 

 

 

Tierische Glücksbringer mitten in der Stadt

 

Der NABU Bühl-Achern hat in Bühl das Haus in der Schwanenstraße 13 als besonders schwalbenfreundliches Haus ausgezeichnet. Die Familie Reinschmidt, denen das Haus schon über viele Generationen gehört, hat extra unter dem Dach künstliche Schwalbennester angebracht, die den seltenen Mehlschwalben das Brüten direkt in der Bühler Innenstadt ermöglichen.

Zu der Übergabe der Urkunde und einer Plakette, die direkt an der Hauswand angebracht werden soll, kamen vom NABU Thomas Hörnle und Martin Klatt, von der Stadt Bühl Oberbürgermeister Hubert Schnurr und die Familie Reinschmidt – darunter auch Dr. Matthias Reinschmidt.

Der 51-Jährige lebt eigentlich auf der Kanareninsel Teneriffa. Seit 2010 ist er Zoologischer Direktor des Loro Parques, einem Tierpark, der sich besonders um den Erhalt bedrohter Papageien kümmert. Zudem hat der promovierte Biologe an rund 400 TV-Produktionen für verschiedene deutsche und internationale Fernsehsender mitgewirkt. Aktuell ist er Kandidat für den vakanten Posten des Zoodirektors in Karlsruhe.

"In meiner Kindheit hatten wir noch viel mehr Schwalben hier", erzählt der in Bühl geborene Biologe. Durch die Sanierungen sei es für die Vögel aber immer schwieriger geworden, geeignete Stellen für den Bau ihrer Nester zu finden. Und da auch das Material zum Bau der typischen Schwalbennester für die Tiere kaum noch auffindbar sei, könne eben mit Kunstnestern nachgeholfen werden.

Martin Klatt lobte das Anbringen dieser Nisthöhlen als vorbildlich. "Ich hoffe, dass sich viele Menschen daran ein Beispiel nehmen und den immer seltener werdenden Vögeln so die Möglichkeit geben, direkt an den Häusern zu brüten", sagte Klatt. Mehlschwalben seien als Kulturfolger auch in Städten anzutreffen, sie ernähren sich von Insekten, die sie in ihrem typischen Jagdflug mit häufigem, abruptem Hochsteigen mit schwirrenden Flügelschlägen erbeuten. Die Tiere überwintern meist in Afrika in einem Gebiet, das sich von der Südgrenze der Sahara bis zur Kapprovinz erstreckt. Im Frühjahr kommen sie dann wieder an ihren Geburtsort zurück um zu brüten.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr freute sich sichtlich über das Engagement der Familie: "Es ist schön zu sehen, wie sich hier Menschen darum kümmern, der Natur zu helfen." Auch die Stadt wolle sich gerne engagieren, um den Schwalben weitere Brutmöglichkeiten anbieten zu können.

Von Martin Klatt bekam der Rathaus-Chef sodann ein erstes Doppel-Kunstnest geschenkt. Und Matthias Reinschmidt hatte eine weitere Überraschung parat: viele selbstgebaute Nester für seine Heimatstadt. "Wir haben eine ganze Reihe städtischer Gebäude, da werden wir es auch schaffen, dieses Projekt stark zu unterstützen. Vielleicht klappt es dann auch, dass wir irgendwann als schwalbenfreundliche Stadt ausgezeichnet werden", sagte der Oberbürgermeister. Da Schwalben als Glücksbringer für das Haus, an dem sie nisten, angesehen werden, sei das doch eine sehr schöne Vorstellung.

 

 

Bühler Stadtnachrichten vom 12.06.2015

 

 

 

NABU und Feuerwehr aktiv für Artenschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ist etwas passiert, warum ist die Feuerwehr denn da?“ Besorgte Fragen im Bühler Wasserbett – aber es war nichts passiert, sondern der Nabu Bühl/ Achern und die Feuerwehr/Bühl leisteten bei Familie Schuh tatkräftige Naturschutzhilfe.

 

„Wir haben nun schon viele Jahre Schwalben, die bei uns am Haus ihre Nester gebaut hatten“, Sophia Meutsch- Schuh freut sich über die Schwalben und hat keinerlei Probleme mit ihren gefiederten Untermietern. Aber leider gingen die Nester im vergangenen Winter kaputt, sodass die Schwalben wohnungslos waren.

 

„Ich habe dann an Kunstnester gedacht und in der Nachbarschaft gefragt, ob jemand eine

 

Leiter hat, die lang genug ist, um diese Nester unter dem Dach aufzuhängen.

 

Das war aber leider nicht der Fall, und dann habe ich mich an den Nabu gewandt

 

und so kam alles in Gang“, erzählt Sophia Meutsch-Schuh. Diese Schwalbenaktion erwies sich dann aber zunächst als eine schwierige: Thomas Hörnle, der Vorsitzende der Nabu-

 

Gruppe Bühl/Achern, versuchte sein Glück, aber seine Leiter war ebenfalls

 

einen Meter zu kurz und auch nicht standfest.

 

„Ich habe bei der Feuerwehr Bühl angefragt, ob sie vielleicht eine Möglichkeit sehen würden“, so Hörnle, „und meine Anfrage stieß bei Günter Dußmann, dem Kommandanten der

 

Freiwilligen Feuerwehr Bühl, auf offene Ohren. Es wurde beschlossen, dass den Schwalben im Wasserbett in einer einmaligen Aktion im Rahmen einer Einsatzübung geholfen werden sollte“. Und so rückte Urs Schneider mit seinen Kollegen Simon Keul und

 

Christopher Burkard mit ihrem Feuerwehrfahrzeug vor dem Haus der Familie Schuh an, um den Schwalben zu neuen Nestern zu verhelfen.

 

Auch der leichte Dauerregen hielt niemanden ab. Mit der Drehleiter war die Höhe kein Problem mehr, und Thomas Hörnle und Christopher Burkard konnten ein Schwalben-

 

Doppelnest inklusive eines Kotbrettes mit Schrauben in rund sechs Metern

 

Höhe unter dem seitlichen Dachvorsprung anbringen.

 

Nach einer Dreiviertelstunde war die Aktion erfolgreich beendet. „Ich hoffe, dass die Schwalben jetzt wieder bei uns brüten können“, so Sophia Meutsch- Schuh. „Ich kenne im Wasserbett noch drei andere Häuser, an denen Schwalben leben dürfen“. Das Haus der Familie Schuh wurde vom Nabu als „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet.

 

 

 

Mit diesem Zertifikat möchte der Nabu Hausbesitzer dafür belohnen, dass sie

 

Schwalben an ihren Gebäuden brüten lassen. Denn die Mehl- und Rauchschwalben,

 

die früher so selbstverständlich in Dörfern und Städten zu finden waren, wurden auch in Baden-Württemberg in der aktuellen Roten Liste als gefährdet eingestuft. Die Ursache für den Schwalbenrückgang ist neben der Zerstörung ihres Lebensraumes auch der Verlust an Nestern und Nistmöglichkeiten.

 

Wurden Schwalben früher von Hausbesitzern als Glücksbringer angesehen,

 

so denkt man heute eher an die Verschmutzung der Hausfassade, die allerdings durch ein Kotbrett, wie auch am Haus Meutsch-Schuh angebracht, weitgehend verhindert werden kann.

 

Das Ehepaar Schuh freut sich jedenfalls über „seine Schwalben“ und nimmt die Auszeichnung „schwalbenfreundliches Haus“ gerne entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwalbenfeundliches Haus in Vimbuch

 

 

 

„Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“, heißt ein altes Sprichwort, das unterstreicht welche Bedeutung den Singvögeln zugeschrieben wird.

Nicole und Christian Royal geht es um mehr als das sprichwörtliche Glück. Sie wollten den Sorgenkindern des Naturschutzes ein Zuhause anbieten und installierten unter dem Dachvorsprung zwei Kunstnester für die Flugkünstler. Für den NABU ein Grund, den Haubesitzern die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ zu überreichen.

Landkreisweit sind Nicole und Christian Royal damit die ersten, die ihr Haus mit dem transparenten Schild, das ein Bild mit jungen Vögeln im Nest und einer heimkehrenden Schwalbe ziert, schmücken dürfen.

Thomas Hörnle, Vorsitzender der NABU-Gruppe Bühl-Achern freute sich zusammen mit seinem Stellvertreter Martin Klatt bei der Übergabe des Schildes über das Engagement von Nicole Royal, die nun gespannt darauf wartet, ob sich in den nächsten Wochen Mehlschwalben einnisten.

Die Idee dazu kam der Vimbucherin, nachdem sie in der Nachbarschaft Schwalben gesehen hatte und gleichzeitig als NABU-Mitglied von der bundesweiten Aktion „schwalbenfreundliche Häuser“ gelesen hatte. „Warum sollte man den Vögeln nicht auch an einem neuen Haus eine Nistmöglichkeit bieten?“, fragte sie sich. Und so wurde zum Fassadenschutz unter die beiden Kunststoffnester zusätzlich ein Kotbrett montiert.

Thomas Hörnle hofft, dass ihr Beispiel Schule macht und sich noch weitere Hausbesitzer dazu entschließen. „Heutzutage ist es schon etwas Besonderes, wenn Mehlschwalben an einem Haus brüten dürfen“, urteilt Hörnle. Denn Schwalbennester an Haus, Scheune und in Ställen von Mehl- und Rauschschwalben sind schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Drahtspieße, Netze oder Flatterbänder sind mit ein Grund, warum Schwalben nicht mehr gerade einfach an Hauswänden einen Nistplatz besiedeln. Hinzu kommt der fehlende Lehm, den die Schwalben für ihren Nestbau benötigen. Mittlerweile stehen die drei in Baden-Württemberg vorkommenden Schwalbenarten (Mehl, Rauch- und Uferschwalbe auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten.

Schon im vergangenen Jahr hat der NABU deshalb eine Aktion zur Meldung von Brutvorkommen von Mehl- und Rauchschwalben im Bühler Raum gestartet, um einen aktuellen Überblick über den Bestand gewinnen zu können (www.nabu-buehl-achern.de). Während die Mehlschwalbe zumeist unter Dachvorsprüngen nistet, bauen Rauchschwalben gern in Ställen ihre Nester und jagen dort nach Fliegen. Beide Schwalbenarten bauen ihre Nester aus einem Gemisch von Lehm und Speichel. „Doch wo gibt es heute noch Lehmpfützen?“, verweist Martin Klatt auf das Baustoffproblem der als „Sommerboten“ bekannten Vogelart. Seit jeher gelten die Schwalben als Glücksbringer, jetzt sollte ihrem eigenen Glück durch Nistmöglichkeiten wieder nachgeholfen werden.

 

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